Zwei der Samen habe dann ich mit Sandpapier etwas aufgerauht, über Nacht in Wasser eingelegt, in Aussaaterde gepflanzt und mit Folie zugedeckt ans Fenster gestellt.
In der Fachliteratur steht geschrieben, dass ginkgo biloba schon mal 18 Monate brauchen kann, bis seine Samen keimen; - na dann kann ich mich ja schon mal in Geduld üben!
War dann mächtig überrascht, als bereits einen Monat später bei einem der Samen bereits etwas grünes aus dem Substrat guckte. Er war da: mein erster Ginkgo, - und erst noch selber gezogen. *mächtigstolz*
(Aus dem zweiten Samen wollte nichts werden, ich habe ihn dann später aufgegeben.)
Ende Mai 2008
Anfangs Juni 2008
Mitte Juni 2008
Sämlinge machen als erstes mal eine lange Pfahlwurzel. Feine Saugwurzeln entwickeln sie erst später in grösserer Tiefe. Der Ginkgo soll später aber in einer Schale stehen und bereits direkt unter der Oberfläche ein fein verzweigtes Wurzelsystem haben. Daher habe ich dem Sämling schon relatv früh die lange Pfahlwurzel gekappt. Dies veranlasst den Baum dazu, neue feine Würzelchen rund um den Wurzelansatz zu entwickeln.
Das Bild zeigt den Ginkgo vor dem kappen der Pfahlwurzel. Diese hat bereits den Boden des Gefässes erreicht, und ist dem Boden entlang weiter gewachsen. (Unten ist im Bild hier rechts.) Deutlich zu erkennen ist der Samen, aus dem die Pflanze gewurzelt hat. Ich habe sie sorgfältig dran gelassen, bis der Ginkgo sich selber davon gelöst hat.
Nach dem Schnitt der Wurzel liess der Ginkgo die Blätter etwas hängen. Regelmässiges Besprühen und eine Plastikhaube über das Töpfchen halfen, seinen Wasserhaushalt zu regulieren.
Im September habe ich den Sämling dann in ein besseres Substrat gepflanzt (Fertig-Bonsaierde und Akadama 1:1 gemischt). Beim Entfernen der alten Anzuchterde kamen bereits die neu gewachsenen Wurzeln zum Vorschein. Charakteristisch für den Ginkgo sind seine fleischigen und wenig verzweigten Wurzeln.
Herbstfärbung im September:
Ich habe mich dazu entschieden, den Ginkgo vorerst mal frostfrei zu überwintern. Obwohl die Pflanze winterhart ist, vertragen die Wurzeln keine harten Froste. Und weil ich in der nächsten Zeit gerne noch etwas weiter bebachten möchte, wie er sich entwickelt, will ich kein Risiko eingehen.